Erfahrungen

Was hat dir in der Zusammenarbeit mit mir besonders geholfen / dir am besten gefallen?

Das ist wirklich schwer zu beantworten, weil es die Gesamtheit war / ist. Aber ganz besonders im Kopf geblieben ist mir z.B. die Hilfe bei der Vision. Ich dachte ja, ich habe gar keine. Ich war völlig überfordert mit dieser Aufgabe.

Dann das Verständnis wegen meiner Jobtermine und auch dem langsamen Tempo gegenüber. Solltest du mal negative (also negativ wertende) Gedanken gehabt haben – was ich übrigens absolut normal finde – ich habe Dir NICHTS angemerkt. Absolut nichts. Ich finde das nicht nur absolut professionell, es war zudem für mich essentiell wichtig, nicht verurteilt zu werden. Ich hätte dir sonst niemals mit dem Handy die gesamte Wohnung gezeigt oder wäre so offen gewesen. Denn es ist schambesetzt. Und echt schwierig, da jemanden so an sich ran zu lassen.

Deine Art „Druck“ zu machen. Ich weiss nicht, wie ich es anders nennen soll. So klingt es eigentlich viel zu negativ. Aber wie sagt man es sonst? Konkret meine ich die Situationen, in denen wir „zusammen“ einen Schrank von mir komplett ausgeräumt haben. Glaube mir, ALLES in mir hat sich dagegen gesträubt. :-D Aber du hast das unglaublich gut initiiert und gelenkt. Total freundlich, geduldig und dennoch so motivierend und durchsetzungsstark. Ich fand das grossartig, weil ich genau sowas / so jemanden gebraucht habe.

Was hat sich abgesehen von deinen Räumen sonst noch durch das Aufräumen in deinem Leben verändert?

Zudem hat das Angehen dieses Themas für mich irgendwas losgetreten. Ich kann leider nicht beschreiben, warum es so gekommen ist. Ich hatte in den letzten Jahren eine schwierige Zeit, weil ich durch ein persönliches Ereignis von heute auf morgen meine Ziele verloren hab. Es gibt ein Buch, da heisst ein Kapitel: „I lost my big dream. There is nothing left.“ Klingt erstmal etwas pathetisch, aber wenn ein grosser Lebenstraum unwiederbringlich kaputt geht, an dem auch noch ganz viele andere Träume und Träumchen hängen, kann es echt schwierig werden, neue Träume und Ziele zu finden.

Dann kommt der Alltag und immer diese Wohnung, an der man jeden Tag was machen kann und nie fertig wird. Und da sind einfach keine Ziele mehr, da ist nichts, auf das man hinarbeitet. Das hat sich dieses Jahr komplett geändert. Ich habe 2019 unter das Motto gestellt, das Chaos in meinem Leben kleiner zu machen. Meine Wohnung zu einem Ort zu machen, an dem ich wieder auftanken kann. Und irgendwie kam dann eins zum anderen.

Ich bin sehr konsequent ein Gesundheitsproblem angegangen, was ich wirklich Jahre lang akzeptiert habe, aber täglich drunter leide. Ich habe eine Liste erstellt, was ich alles erleben und schaffen möchte, bevor ich 40 bin. Und eine weitere Liste mit grossen Zielen, langfristigen Zielen. Und das Beste ist, das ich die Dinge wirklich angehe.

Hier wende ich auch etwas an, was Du Yara, mir gesagt hast. So wie ich meine Version von Wohnung immer wieder anschaue, so mache ich das auch mit den Listen. Die übrigens keine fiesen To Do Listen sind. :-) Ich schaue regelmässig rein und dadurch, dass ich schaue, sehe ich jetzt plötzlich die Gelegenheiten. Und ich weiss, dass das kein Hokus Pokus ist. Es ist einfach eine veränderte Wahrnehmung, wie wenn man ein Kind bekommt und plötzlich fällt einem auf wie viele es davon auf der Strasse gibt. ;-)

Versetze dich zurück in deine Situation, bevor du mit mir zusammengearbeitet hast. Was war für dich das Schlimmste, was wolltest du verändern…?

Es waren viele Dinge schlimm aber DAS Schlimmste war sicherlich die Unzufriedenheit mit mir als Mutter. Und der daraus resultierende Selbsthass. Ich wollte einfach nicht, dass meine Tochter in einem total chaotischen Haushalt auswächst und es ihr später eventuell vielleicht mal peinlich ist, Freunde mitzubringen.

Zudem hatte ich tatsächlich diese Hirngespinste, mir könne mal etwas passieren (in der Dusche ausrutschen, Kreislauf… was auch immer) und daraufhin wird irgendeine Behörde auf mich aufmerksam und nimmt mir das Kind weg. Ziemlich irrational eigentlich und dennoch waren diese Ängste immer da, haben mich ständig begleitet. Und gingen ganz tief.

Sehr hart und traurig war auch, dass ich tatsächlich nicht zu jedem Zeitpunkt Menschen (Freunde, Familie) in meine Wohnung gelassen hätte, weil es einfach zu peinlich war. Es ist zwar nie dazu gekommen, dass sich jemanden bewusst vor der Tür habe stehen lassen, aber ich habe oft einfach die Klingel ausgemacht.

Noch schlimmer, dass sogar ein Ex Partner während der gesamten Beziehung nie mein Schlafzimmer sehen durfte. Das erzeugte natürlich auf seiner Seite Verwunderung, Misstrauen und das Gefühl, von mir nicht erwünscht zu sein.

Schlimm war:

Ich wollte mich einfach wohl fühlen und in meine Wohnung kommen, ohne den Gedanken „Ach du scheisse“ und nicht jeden Abend, nachdem mein Kind im Bett ist, das Gefühl haben „Ich muss noch aufräumen“, „Es gibt noch was zu tun“ und „Du schaffst es eh nicht“.

Was hast du bisher alles erreicht bzgl. aufräumen und Raumgestaltung?

Ich habe sehr viel ausgemistet (erinnere mich immer noch mit schmunzeln an die erste „unter dem Waschbecken“-Schrank Aktion) und für viele Dinge einen dauerhaften Platz gefunden.

Zudem bin ich aber auch ganz viele Dinge angegangen, die ich Jahre nicht angerührt habe wie z.B. ein neues Bett, endlich Privatsphäre durch Jalousien, Balkon hergerichtet etc.

Was waren die zentralsten neuen Erkenntnisse, die du zum Thema Ordnung & Raumgestaltung in unserer Zusammenarbeit hattest?

Tatsächlich, dass Dinge einen festen Ort haben müssen. Das war bei mir nicht so. Und das war mir auch nicht klar.
Und da ich mitten im Prozess bin: Noch ist es für viele Dinge auch nicht so. Und so wandern sie herum oder liegen auf einem Stapeln und stören vor sich hin, wollen Aufmerksamkeit, schreien mich an, wenn ich rein komme etc.

Vor der Ordnung ist das Chaos!!!
Und das Aushalten. Wenn man eh schon Ängste hat wie oben beschrieben. Aber man muss da durch.
Und dass man das Chaos dann nicht zu viel werden lässt.
2019 ist unter dem Motto: Erschaffe dir ein Zuhause.
2020: Ich werde gesund.

Klingt komisch, weil Gesundheit ja das Wichtigste ist. Stimmt auch. Aber ich brauche das hier. Dass ich mich wohl fühle, dass ich Kraft tanken kann, dass Platz ist!

Was war das Schwierigste für dich im bisherigen Prozess des Aufräumens?

Es ist mir jedes Mal irre schwergefallen, alle Dinge rauszunehmen, die Schränke leer zu machen. Da kommt ein Widerwillen hoch, der sehr mächtig ist. So mächtig, dass ich immer noch nicht ins Schlafzimmer vorgedrungen bin. Aber ich werde.

Dann, wie ich schon letztes Mal erzählt habe, das Lernen neuen Verhaltens. Ich habe fast 40 Jahre relativ chaotisch gelebt. Das sitzt sehr fest. Ich muss das neue Verhalten regelrecht einüben – mit zig Wiederholungen.

Welchen Wert in Euro haben für dich die erreichten Veränderungen (Ordnung, Ruhe, Verbesserung der Lebensqualität, Besuch empfangen können etc.)?

Tausende.

Welchen Menschen würdest du eine Zusammenarbeit mit mir generell empfehlen?

Jedem, der sich zu Hause nicht mehr wohl fühlt, der seine Wohnung als Dauerbaustelle und Belastung empfindet und natürlich ganz klar jedem, bei dem das Chaos so überhandnimmt, dass es sozial beeinträchtigt.

Welchen Menschen würdest du insbesondere ein Online-Coaching empfehlen? Warum?

Zum einen Menschen wie mir, die zu weit von dir weg sind und / oder die einfach nicht regelmässig irgendwo hin gehen können, z.B. weil sie alleinerziehend sind. Kann aber auch eine körperliche Einschränkung sein oder eine zeitliche.

Und auch solchen, die vielleicht den Computer dazwischen brauchen, denen ein persönlicher greifbarer Kontakt das Quäntchen „zu viel“ wäre. Online hat meiner Meinung nach eine viel niedrigere (Hemm)-Schwelle.

Das möchte ich sonst noch sagen:

Alles, was ich schreiben will, klingt irgendwie so abgedroschen, aber ich meine es absolut ernst. Ich bin wahnsinnig froh, dich kennengelernt zu haben. Das habe ich Dir ja schon gesagt. Du bist etwas ganz Besonderes und hast eine absolute Begabung für diese Tätigkeit. Und das nicht, weil du gut Ordnung halten kannst, sondern weil du es gut vermitteln kannst und das noch ohne dabei irgendwie „von oben herab“ zu wirken. Das ist einfach die perfekte Kombination. Zudem bist du unglaublich sympathisch. Danke, dass du mich „damals“ angeschrieben und mir Hilfe angeboten hast. Das werde ich echt nie vergessen.