5 Tipps für mehr optische Ruhe in deinem Bücherregal

Meine wundervolle Klientin Sabrina hat mich vor einer Weile gefragt, wie man eigentlich mehr „optische“ Ruhe in ein Bücherregal bekommt. Es geht ihr genau so wie mir: Sie liebt ihre Bücher und wird sich auch beim Ausmisten von den meisten nicht trennen wollen. Trotzdem soll es im Regal ordentlicher aussehen. Hier meine Tipps, wie ich Bücher einräume und Regalbretter gestalte, so dass jeder gerne hinschaut:

1. Kompakt beieinander

Das Wichtigste ist für mich, dass alle Bücher relativ nahe beieinander sind. Das bedeutet nicht, dass sie alle auf demselben Regalbrett sein müssen, aber sie sollten nicht überall in der Wohnung verteilt sein. Wenn du deine Bücher aus Platzgründen an mehrere Orte aufteilen möchtest, überlege dir zwei bis drei Unterkategorien, die du an einem sinnvollen Ort platzierst. Ich habe in meiner kleinen Wohnung beispielsweise folgende Aufteilung vorgenommen:

Wenn es dir möglich ist, würde ich allerdings alle Bücher am selben Ort platzieren – idealerweise im Wohn- oder Arbeitszimmer.

Bücherregal Keller
Abb. 1: Bücherregal Keller

Auf Abb. 1 siehst du meine Bücher im Keller. Hier sollte klar sein, was mit „Kompakt beieinander“ gemeint ist. Es ist kein einziges Buch in einer Kommode daneben oder sonst irgendwo unbedacht verstreut, sondern alle sind in dem dafür vorgesehenen Regal. Das Regal ist der „Rahmen“ für dein Kunstwerk und sollte zuerst gesetzt werden.

2. Nach Thematik

Der zweite Schritt ist eine grobe Einteilung der Bücher in eine Thematik, damit du sie schneller wieder findest. Um das zu tun ist es ideal, zunächst das ganze Regal auszuräumen, auszuwischen und dann die Bücher nach und nach einzuordnen. Bei den Themen musst du es nicht so genau wie in einer Bibliothek nehmen. Beim Regal im oberen Bild ist es beispielsweise so, dass auf einem Regalbrett all diejenigen Bücher sind, die eher etwas mit Beziehungen zu tun haben (Bücher über Liebesbeziehungen, Familie, Freundschaft oder Hundetraining…). Weil dieses Thema alleine erst ein halbes Regalbrett einnnimmt, sind daneben noch Duden und Wörterbücher. Um die Themen nicht zu vermischen, starten sie auf den verschiedenen Regalbrettseiten: Rechts Beziehungen, links Wörterbücher. Denkbar sind aber auch noch mehr kleinere Kategorien von Büchern in einem Regalbrett aneinandergereiht. Es ist wie Tetris spielen. Du gehst vom Rahmen aus und schaust, welche Bücher irgendwie zusammengehören und wie sie am besten reinpassen. Du entscheidest, welche Bücher / Themen für dich auf einem Regalbrett Sinn ergeben.

3. Nach Grösse

Wenn ich die Bücher den Themen und Regalbrettern zugeordnet habe, sortiere ich sie als nächstes der Grösse nach. Dazu gibt es mehrere Varianten. Ich beginne meist mit dem grössten Buch.

Von rechts nach links hat den Vorteil, dass dadurch eine Linie entsteht, die schräg nach oben verläuft. Das verbinden wir Menschen unbewusst mit etwas „Positivem“ – es macht gute Laune, wenn eine Tendenz steigend ist. Daher setze ich beim Einrichten generell meist auf diese Richtung bei den Anordnung von Gegenstände nach Grösse. Manchmal ist es aber auch interessant, wenn die Grösse der Gegenstände in der Mitte zusammenläuft. In diesem Fall mit den Büchern macht es ebenfalls Sinn, wenn die Richtungen in den aufeinander folgenden Regalbrettern gegenläufig sind und sich so ausgleichen (Abb. 2).

Büchergrösse
Abb. 2: Bücher nach Grösse

4. Nach Farbe

Viele Bücher sind fast genau gleich gross. Wenn du diese schön nebeneinander hast, kannst du als nächstes auf die Farben achten. Häufig gibt es Serien von Büchern, die sowieso zusammengehören und dann auch logischerweise der Reihe nach auf dem Regalbrett stehen. Dann gibt es aber auch die vielen anderen Fällen, in denen man das selbst entscheidet. Ich versuche in der Tendenz gleichfarbige Bücher nebeneinander zu stellen oder abgestuft nach Helligkeit – nachdem ich sie nach Thema und Grösse sortiert habe. Beispielsweise auf Abb. 3 auf dem obersten Regalbrett von rechts nach links die zwei weissen nebeneinander und danach eine Abstufung rot, orange, gelb…

Bücherfarbe
Abb. 3: Bücher nach Farbe

5. Mit gleichem Abstand zur Regalkante

Wenn ich den 1. bis 4. Schritt erledigt habe, schiebe ich die Buchrücken meist bündig auf eine Linie mit einem gewissen Abstand zur vorderen Regalbrettkante UND auch zur Regalwand. Ich schiebe sie also weder ganz hinten an die Wand, noch kommen sie alle direkt vorne an die Kante. Dadurch sieht das Ganze um einiges ruhiger aus. Denn würde ich sie ganz hinten an die Regalwand schieben, würden die Bücher alle unterschiedlich weit ins Regal hineinragen. Mit genügend Abstand zur Wand spielt es keine Rolle, ob die Bücher unterschiedlich breit sind. Sie sind alle auf einer geraden Linie, was schon einmal optische Ruhe hineinbringt. Der Abstand zur vorderen Regalkante halte ich aus demselben Grund ein. Die Bücher springen einem so weniger „entgegen“. Es wirkt optisch etwas sanfter.

Bonus-Tipp

Wenn du in deinem Regal genug Platz hast, ist es wunderschön, gewisse Leerräume, Abstände und andere hübsche Gegenstände nebst deinen Büchern miteinzubauen. Du siehst das gut auf Abb. 3. Dort stehen nicht nur ein Radio und eine Uhr, die kleine Kasse nimmt auch gleichzeitig die Funktion eines Buchstoppers ein. Trotzdem sind die Bücher kompakt beieinander, nach Thematik, Grösse und Farbe einsortiert. Wenn du dein Regal so schön eingeräumt hast, wirst du viel weniger in Versuchung geraten, Kleinkram darauf abzulegen, der dort nicht hingehört. Fall es dennoch öfter vorkommt: Wie wäre es, wenn du einen Korb in die Anordnung eines Regalbretts miteinbaust? Dann landet Kleinkram direkt im Korb und kann von dort aus nach einer Weile zurück an den richtigen Platz wandern – oder man definiert diesen festen Platz überhaupt erst einmal.

Jetzt wünsche ich dir viel Spass beim Bücher Umräumen!
Liebe Grüsse,

Yara